Wer einmal vor den monumentalen, fast schon hypnotischen Bildern von Béatrice Dreux gestanden ist – vielleicht bei ihrer großen Einzelausstellung im Lentos Kunstmuseum oder während der Vienna Art Week –, vergisst diesen Eindruck so schnell nicht wieder. Die 1972 in Frankreich geborene Künstlerin, die heute in Wien lebt und arbeitet, erschafft auf der Leinwand ganz eigene, magische Welten. Ihre kraftvolle Malerei funktioniert ein bisschen wie moderne, weltliche Ikonen: Da glitzert es, da dominieren tiefe Schwarznuancen, und sphärische Formen lösen sofort Emotionen aus, oft auch widersprüchliche.
Dass sie ein untrügliches Auge für Ästhetik und Formensprache hat, beweist Béatrice aber nicht nur auf der Leinwand, sondern auch mit ihrem zutiefst individuellen, eigenständigen Style abseits des Ateliers. Sie folgt keinen Trends und pfeift auf Moden, sie vertraut ganz ihrer eigenen Intuition für Räume und Objekte. Bei Béatrice ist immer alles echt, es gibt keine Posen. Wir freuen uns irrsinnig über diesen persönlichen Einblick – hier ist, wie es ihr gefällt.
Welches Objekt, das du in der vintagerie gekauft hast, liebst du besonders?
Meine unglaublich schöne weiße Leder-Couch von Wittmann. Sie steht als einziges Möbel in meinem Atelier und harmoniert perfekt mit dem rosa Boden und den Blumen, die sie immer wieder vorgesetzt bekommt.
Gibt es ein Erbstück, das du besonders schätzt?
Eine alte Reistruhe meiner Großeltern. Meine Tochter verliebte sich als kleines Mädchen in sie, weshalb sie mit uns nach Wien zog. Damals diente sie ihr als Versteck und Schatzkiste für Steine und Tagebücher. Heute zieht sie bei jedem Umzug mit und bringt ein Gefühl von Reisen, Abenteuer und „romantischer“ Piraterie in jede Wohnung.
Minimalismus oder Maximalismus?
Minimalismus. Ich liebe Möbel, die mit der Architektur verschmelzen. Am liebsten weiße, von Hand bemalte Objekte, die Alltagsgegenstände verbergen und den Raum atmen lassen.
Welche Farbe macht dich glücklich?
„Classic Sunset“ – ein Dreiklang aus Orange, Rosa und Violett.
Tapeten, weiße Wände oder Graffiti?
Weiße Wände! In meiner Wohnung hängt kein einziges Bild, absolut nichts. Selbst der kleinste Punkt würde mich irritieren.
Wie hältst du’s mit Ordnung?
Das ist bei mir zweigeteilt. In der Wohnung brauche ich extreme Ordnung. Im Studio dagegen herrscht Chaos: Bilder entstehen auf Wänden, die tausendfach übermalt sind, Farbe auf dem Boden, überall Notizen und Bücher.
Welches Material fühlt sich für dich einfach richtig an?
Wolle, Filz und altes Holz.
Welcher Ort inspiriert dich?
Undefinierte Orte – Gstättn. Mich inspirieren diese teils wilden Brachflächen in der Stadt, frei von Funktion und Perfektion.
Welche Serie hat den besten Interior-Style?
„Derrick“, besonders die Episoden aus den 80er-Jahren. Die Münchner Appartements sind gestalterisch einfach großartig. Ich liebe diese Bäder, Lampen, Möbel und die komplett durchdesignten Zimmer. Und die Telefone, die manchmal die verrücktesten Farben und Formen hatten, sowie die eleganten Outfits.
Ein Duft, mit dem du Erinnerungen verbindest?
Der Geruch von frischem Fisch und Meer. Er erinnert mich an meinen Großvater. Mit ihm habe ich am Wochenende bei Ebbe immer Krabben und Muscheln gesammelt – etwas, was ich heute allerdings nicht mehr tun würde.
Foto: Nora Obergschwandner
