Die Werke von Gisela Stiegler verbinden Gravitas mit Leichtigkeit; sie stehen massiv als Teil der Architektur da und sind dank des Materials Polystyrol doch ganz leicht zu bewegen. Stieglers Weg führte sie von der Malerei über die Fotografie hinein in den dreidimensionalen Raum. Heute ist ihre Arbeitsweise unverkennbar: Mit scharfen Messern und kraftvollen Hieben schnitzt sie tiefe Kerben in das weiche Material. So entstehen lebendig wirkende Objekten, in denen sich das Licht bricht – ein Spiel zwischen minimalistischer Strenge und barocker Opulenz. „Das Nachdenken über kunstimmanente Fragestellungen ist immer auch ein Nachdenken über die menschliche Existenz“, sagt sie.
Besonders ihre Säulenskulpturen sind ein humorvoller Dialog mit der Kunstgeschichte. Ob als monumentale Stele oder als poppiges Objekt: Stiegler verleiht den Formen durch kräftige Farben eine radikale Präsenz. Die Künstlerin kennt sich mit Raum also aus. Da war es nur logisch, dass wir sie einladen, den vintagerie-Stil-Fragebogen auszufüllen. Auf dem Foto sitzt Gisela übrigens auf dem Sofa, das sie gleich in der ersten Antwort erwähnt.
Welches ist das schönste Möbelstück in deiner Wohnung?
Die Constanze von Wittmann mit ihrem schönen gebogenen Fuss, und einem easy Klappmechanismus aus der vinatgerie. Sie beruhigt die Augen.
Welches Objekt, das du in der Vintagerie gekauft hast, liebst du besonders?
Ein mehrteiliges Zitronenservice auch von der vintagerie.
Welches Alltagsobjekt ist für dich perfekt gestaltet?
Zwei alte Bauernstühle, die sind extrem leicht, mittel schön und verblüffend bequem.
Was hängt bei dir an der Wand?
Oswald Oberhuber, Franz Graf, Hervé Massard, Michael Horsky, …
Welcher Ort inspiriert dich?
Die Gstetten
Wie hältst du’s mit Ordnung?
Ich würde sehr viel davon halten.
Ein Song, der immer geht?
„Tell it like it is“ von Aaron Neville
Welche Serie hat den besten Interior-Style?
Raumschiff Enterprise
Ein Duft, mit dem du Erinnerungen verbindest?
Mit Roma by Laura Biagiotti: Ich hatte ihn ab dem zwölften Lebensjahr von meinem Vater jedes Jahr geschenkt bekommen. Ich habe ihn sicher ein bisschen zu lange getragen.
Foto: Emilia Stiegler
