Warum Halabala-Fauteuils im Altbau besser wirken als Bauhaus

Elegante Rundungen, schwungvolle Armlehnen, klare Linien: Die Fauteuils von Jindřich Halabala zählen zu den Ikonen des europäischen Funktionalismus. Was den tschechischen Designer besonders macht? Er brachte etwas ein, das dem Bauhaus fehlte: eine warme, zugängliche Formensprache, die Möbel nicht nur modern, sondern auch wohnlich machte.

Vom mährischen Gärtner zum Designpionier

Halabala wird 1903 in Koryčany geboren – als Mähren noch zu Österreich-Ungarn gehörte. Der Bezug zu Wien ist also, wie man bei uns sagt, eh schon historisch gewachsen. Nach einer Lehre im väterlichen Betrieb studiert er in Brünn und Prag, wobei ihn drei große Strömungen prägen: das Bauhaus, die Wiener Werkstätte und die neue Sachlichkeit. Eine Mischung, die später seinen unverwechselbaren Stil formen sollte.

Funktionalismus mit Herz und Hirn

Als Designer bei „UP Závody“ entwickelt Halabala etwas Revolutionäres: formschöne Serienmöbel, die stapelbar, modular und vor allem erschwinglich sind. Er denkt in Wohnsystemen, lange bevor Ikea das für sich entdeckt. Typisch für seine Entwürfe: gebogenes Holz, asymmetrische Flächen und klare Silhouetten. Der berühmte Fauteuil H-269 – heute ein gesuchter Designklassiker – wirkt nicht wie gemacht, sondern wie gewachsen. Genau diese organische Qualität unterscheidet ihn von der strengeren Bauhaus-Ästhetik.

Möbel für alle statt Design-Elitismus

Halabala verfolgt eine demokratische Vision: Gutes Design soll nicht nur für Reiche erschwinglich sein. Er entwirft komplette Einrichtungslinien für moderne Haushalte der Mittelschicht. Seine Möbel zeigen, wie international das Design der Zwischenkriegszeit tatsächlich war. Und wie sehr die Grenzen zwischen den Designzentren Wien, Prag und Brünn verschwammen. Halabala stellt die Ästhetik nicht über die Menschen, sondern umkehrt.

Die Wiener Verbindung: Mehr als Geschichte

Halabalas Möbel passen perfekt ins Wiener Wohnambiente. Seine Sessel fügen sich genauso ins Altbauzimmer wie in eine Loftwohnung. Sie verbinden Handwerk mit Modernität und Alltagstauglichkeit – eine Kombination, die wir in Wien seit jeher schätzen. Kein Wunder, dass seine Stücke heute begehrte Sammlerobjekte sind.

Halabala in der vintagerie erleben

In Österreich sind Halabala-Möbel rar, aber in der vintagerie kannst du sie entdecken. Dank unserer Partner:innen in Tschechien trachten wir danach, das ikonische H-269 mit seinen weich geschwungenen Armlehnen stets auf Lager zu haben. Aber auch wunderschön furnierte Kommoden, Couchtische mit Spiderleg, strenge Bars oder elegante Poufs aus Halabalas Designschule findest du immer wieder bei uns – stets eine Mezzie für Liebhaber:innen zeitloser Möbelkunst.